Entstehung
Diese Website basiert auf der Bachelorarbeit „Die offene Beziehung als moderne Form der Partnerschaft“ von Eva Marie Gruber, geschrieben 2022 an der FOM Hochschule in München.
In der Arbeit wurden nicht-monogame Partnerschaften sowohl theoretisch analysiert als auch durch qualitative Interviews mit fünf Menschen in offenen Beziehungen untersucht. Dabei sind persönliche, ehrliche und oft berührende Einblicke entstanden — in eine Lebensform, über die noch immer viel zu wenig offen gesprochen wird.
Die Idee hinter dieser Seite: Diese Erkenntnisse sollen nicht in einer akademischen Arbeit verschwinden, sondern für alle zugänglich sein, die sich für das Thema interessieren.
Warum diese Seite?
Im deutschsprachigen Raum gibt es wenig zugängliche, einfühlsame Informationen über nicht-monogame Beziehungen. Vieles, was man findet, ist entweder akademisch trocken, reißerisch aufbereitet — oder urteilt, ohne hinzuhören.
Diese Seite möchte einen anderen Weg gehen: informieren, ohne zu werten. Sie richtet sich an alle, die neugierig sind, die eigene Beziehungsform hinterfragen oder bereits in einer nicht-monogamen Partnerschaft leben.
Besonders am Herzen liegt uns: Die Herausforderungen, die mit offenen Beziehungen einhergehen, verdienen mehr offene Auseinandersetzung. Nicht alles ist leicht — und genau darüber zu sprechen, ist wichtig.
Hinweis
Alle Interviewzitate auf dieser Seite sind anonymisiert. Die Inhalte basieren auf den Ergebnissen der Bachelorarbeit und den darin geführten Interviews.
Diese Seite dient der Information und Reflexion — sie ersetzt keine therapeutische Beratung. Wenn du in deiner Beziehung Unterstützung brauchst, kann professionelle Paarberatung oder Therapie ein guter nächster Schritt sein.
Über mich
Eva Marie Gruber
Meine ersten zwei Partnerschaften waren rein monogame Beziehungen. Schon in meiner ersten Partnerschaft konnte ich nicht treu sein — ohne wirklich zu verstehen, warum.
In meiner zweiten Beziehung war ich anfangs sehr glücklich in der Monogamie, hatte diese Form der Partnerschaft aber auch nie hinterfragt. Irgendwann, als die ersten Monate vorbei waren, bemerkte ich, dass ich das Bedürfnis hatte, auch mit anderen Menschen nah zu sein — sei es nur Kuscheln. Aber in meinem damaligen Verständnis von Beziehung war das bereits „Betrug“.
Als ich merkte, dass ich auch sexuell für andere Männer offen war, begann ich an mir selbst zu zweifeln. Ich dachte, mit mir stimme etwas nicht. Starke Schuldgefühle begleiteten mich — und letztlich habe ich meinen Partner betrogen, weil er für eine Öffnung der Beziehung nicht offen war. Daraufhin haben wir uns einvernehmlich getrennt, weil mir bewusst wurde: Ich kann und möchte nur eine offene Partnerschaft leben.
Hätte ich damals eine Seite wie diese hier gefunden, wäre mir schneller bewusst gewesen, dass nicht ich falsch bin — sondern dass ich in einer Beziehungsform steckte, die nicht meinen Wünschen, Bedürfnissen und Werten entsprach.
Durch diese Erfahrung begann ich, über nicht-monogame Beziehungen zu recherchieren — und stellte mit Erschrecken fest, wie wenig zugängliche Literatur es dazu gibt. So kam ich auf die Idee, meine Bachelorarbeit über ein Thema zu schreiben, das mir sehr am Herzen liegt: Welche Beziehungsmodelle gibt es, und was sind die Herausforderungen nicht-monogamer Beziehungsformen?
Heute lebe ich in einer sehr glücklichen polyamoren Partnerschaft und bin gerade dabei, einen neuen Mann in meinem Leben kennenzulernen.
Mein Wunsch ist es, Menschen auf ihrem Weg zu sich selbst zu begleiten und zu unterstützen — und ihnen eine Hilfe auf dem Weg in eine gesunde, für sie passende Partnerschaft zu sein.
Bachelorarbeit an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management, München
Studiengang: Wirtschaftspsychologie · Abschluss: 2022